Dienstag, 6. Oktober 2015

Trinkwasseraufbereitung für Nepal gespendet

Die Tage erreichte uns eine großzügige Sachspende der Firma Katadyn für die Menschen in den Erdbebengebieten von Nepal.

Der schweizer Hersteller Katadyn ist weltweit bekannt für qualitativ hochwertige Produkte zur Herstellung von sicherem Trinkwasser. Katadyn hat in seinem Sortiment ein Mittel zur Trinkwasseraufbereitung, dass auch die Menschen in den Erbebengebieten von Nepal jetzt gut gebrauchen können.
Trinkwasser, das unbedenklich benutzt werden kann, ist immer noch ein Problem in den betroffenen Gebieten. Die Folge sind Erkrankungen, die oftmals eben auf verunreinigtes Trinkwasser zurück zu führen sind. Größere Mengen zu desinfizieren und haltbar zu machen, ist für die Menschen vor Ort sehr schwierig.

Micropur forte flüssig zur Trinkwasseraufbereitung

Durch Zufall erfuhren Verantwortliche bei Katadyn von unserem Verein und seinen guten Kontakten in die Erdbebengebiete. Um die Arbeit der Ärzteteams vor Ort zu unterstützen, stellte Katadyn uns eine Palette seines chemischen Wasseraufbereitungsmittels zur Verfügung.

Micropur Forte ist ein Kombinationspräparat aus Chlor und Silberionen mit dem sich klares Wasser aus bedenklicheren Quellen schnell und wirkungsvoll desinfizieren lässt. Das Chlor tötet zuverlässig Bakterien, Viren und Protozoen ab, die Silberionen schützen bis zu 6 Monate vor Wiederverkeimung.
Micropur Forte in flüssiger Form lässt sich ganz einfach anwenden. Das Wasser muss lediglich sauber, also klar sein. Eine der Flaschen enthält 100 ml Flüssigkeit. Damit lassen sich 1000 Liter Wasser entkeimen und für bis zu 6 Monate haltbar machen.
Ein riesen Karton mit Micropur Forte geht auf die Reise nach Nepal

Wir möchten der Firma Katadyn ganz herzlich für diese tolle Spende danken. Wir haben uns dazu entschlossen die Flaschen in der nächsten Woche per Luftfracht nach Nepal zu transportieren, da sie dort dringend gebraucht werden.

Sonntag, 27. September 2015

Verein ohne Spendensiegel

Oft werden wir gefragt warum unser Verein denn nicht mit einem Spendensiegel ausgezeichnet ist. Die Antwort ist ganz einfach - wir wollen das nicht. Über das Für und Wider haben wir lange diskutiert, Nachforschungen über Bedingungen für solche Spendensiegel angestellt und dann uns dagegen entschieden.



Ein Spendensiegel kostet eine Menge Geld. Nicht nur für die Überprüfung und Ausgebe eines Siegels verlangen die unterschiedlichen Organisationen viel Geld. Nein, jedes Jahr fällt wieder eine neue Gebühr an (die Kosten für Spendensiegel bestehen nämlich meistens aus einer Grundgebühr und einer Gebühr, die abhängig vom jährlichen Spendenvolumen ist, und im ersten Jahr kommt noch eine Extragebühr für den Erstantrag obendrauf). Da fiel uns die Entscheidung nicht sonderlich schwer! Wir stecken lieber jeden gespendeten Euro in ein sinnvolles Projekt und stehen unseren Spendern gerne über unsere Ausgaben Rede und Antwort. 

Jede Spende kommt an

Alle Mitglieder unseres Vereins arbeiten ehrenamtlich. Da keinerlei Verwaltungskosten anfallen, können wir alle eingehenden Spenden zu 100 % den Zielen unseres Vereins zugute kommen lassen. Wenn Sie also wollen, dass Ihre Spende Menschen in Armut hilft, dann tut sie das - ohne Wenn und Aber. Mitglieder unseres Vereins sind immer wieder auch vor Ort und überzeugen sich davon, dass Geld- und Materialspenden auch wirklich in die Projekte fließen. Darüber kann jeder der sich für unsere Arbeit interessiert auch hier im Blog sich auf dem Laufenden halten - oder einfach mal auf einem unserer Veranstaltungen vorbeischauen.

Donnerstag, 24. September 2015

Gruppenreise in die Vergangenheit


Unser Verein wird getragen von den gleichen Zielen und natürlich auch dem tollen Miteinander. Deshalb organisieren wir gerne immer mal wieder Veranstaltungen, bei denen alle Interessierten zusammen kommen und sich austauschen können. 

Ausflug zu den Vogtsbauernhöfen

Am 05. September 2015 war es so weit, wir sind zu unserem 2. Tagesausflug für Freunde und Mitglieder des Vereins aufgebrochen. Insgesamt waren wir 17 Personen, die gemeinsam mit dem Zug zu den Vogtsbauernhöfen aufgebrochen sind. 




Dort haben wir eine tolle Führung durch alle Höfe bekommen. Es war sehr beeindruckend und wir waren doch überrascht, wie karg und arbeitsreich das damalige Leben war. Man kann schon sagen, wir waren alle froh in der heutigen Zeit zu leben!
Nach unserem gemeinsamem Mittagessen und noch Zeit zum Umschauen sind wir am Nachmittag wieder gut in Achern angekommen. Es war toll zu erleben, mit wie viel Begeisterung alle in der Gruppe dabei waren und wie wir Gemeinschaft erleben konnten.

Vielen Dank an das Organisationsteam und Claudia für den kurzen Bericht und die Bilder.

Freitag, 18. September 2015

Licht für den Tschad

Mittlerweile ist ja der von uns gepackte Container schon ein paar Wochen unterwegs in den Tschad. Wenn alles nach Plan läuft, wird er im November ankommen. Bei unserem Besuch im vergangenen Jahr hatten wir Kontakt zu Schweizer Missionaren, die im Tschad schon erfolgreich Solarsysteme installiert haben.

Zusammen mit der Firma Solar Weber in Mösbach haben wir ein Komplettsystem aus Solarmodulen, Regeltechnik und Gelbatterien zusammengestellt. In den Gelbatterien wird der Strom für die Nachtstunden gepuffert und so ist auch endlich nachts Strom im Krankenhaus vorhanden. Das komplette System wird von den Schweizern vor Ort zusammengebaut und in Betrieb genommen. Alle Arbeiten wurden mit den Mitarbeitern von Solar Weber abgestimmt, so dass die Anlage problemlos im Krankenhaus Bebalem in Betrieb gehen dürfte. Das System arbeitet weitgehend wartungsfrei, was fachkundiges Personal vor Ort überflüssig macht.




Der benötigte Strom für den Tagesbedarf liefert bisher ein Generator

Endlich Licht im Krankenhaus

Das Krankenhaus in Bebalem liegt etwa eineinhalb Autostunden von der Provinzhauptstadt Moundou entfernt und ist nur über Sandpisten zu erreichen. Es bietet ca. 200 Betten und hat unter anderem einem OP-Raum, eine Entbindungsstation, eine Kinderstation und eine Apotheke. Angegliedert sind eine Krankenpflege- und eine Hebammenschule, in denen junge Leute eine sehr gute Ausbildung erhalten und nach ihrem Abschluss im ganzen Land begehrt sind.

Tagsüber liefert ein Generator Strom für die medizinischen Geräte und alle anderen elektrischen Verbraucher. Doch Treibstoff ist teuer. Deshalb wird der Generator nachts abgeschaltet - bisher half da nur der Griff zur Taschenlampe. In Zukunft werden die Batterien für Licht sorgen und den Alltag für das Personal und die Patienten erleichtern.

Solarzellen, Regler und Batterien bringen Licht in Bebalem

Samstag, 8. August 2015

Nepalreise bringt genauere Erkenntnisse



Durch die Berichte aus Nepal erfuhren wir viel über die Schäden, die die beiden Erdbeben angerichtet hatten. Nun war es an der Zeit, sich selbst ein Bild vor Ort zu machen. Deshalb reisten Dr. Weider und Konrad Tengler vom DHM-Vorstand zusammen mit dem Architekt Oliver Bäuerle und dem Statiker Gregor Harter nach Katmandu. Horst Willert, unser Techniker, begleitete die Gruppe bei dieser Gelegenheit, um einen C-Bogen zum Röntgen zu installieren und die Krankenhausgeräte zu warten. 
Das Krankenhaus in Besisahar

Von Katmandu führte die Reise zunächst nach Besisahar. Dort ist das Krankenhaus kaum vom Erdbeben geschädigt und kann inzwischen wieder den medizinischen Betrieb in vollem Umfang leisten. Die größten Schäden sind durch eindringendes Wasser verursacht, denn das Dach und die Abläufe sind nicht mehr in Ordnung.

An vielen Stellen sind Wasserschäden zu erkennen.
Hier ist mit einem größeren Sanierungsaufwand zu rechnen. Schlimmer hat es die Mitarbeiterwohnungen erwischt. Hier haben die beiden Beben erhebliche Schäden angerichtet und die Häuser teilweise unbewohnbar gemacht.
Das Dach ist deutlich geschädigt und undicht geworden.

Sehr schwierig gestaltete sich die Reise nach Chaurjahari im Distrikt Rukum. Die durch die Erdbeben ohnehin beschädigten Straßen waren durch die beginnende Regenzeit nur schwer passierbar und so war es sehr strapaziös, das Krankenhaus in Chaurjahari zu erreichen. Erfreulich ist, dass auch hier das Klinikgebäude nur geringen Schaden genommen hat. Die Risse lassen sich alle reparieren. Allerdings sind auch in Chaurjahari die Mitarbeiterwohnungen betroffen , und so mussten zwei Häuser wegen Einsturzgefahr evakuiert werden. Das Krankenhaus platzt aus allen Nähten, denn es ist voll mit Patienten, sogar im Besprechungsraum wurden Betten aufgestellt.

Das Krankenhaus in Chaurjahari ist sehr voll.
Die Trinkwasserversorgung ist für so eine große Patientenzahl nicht mehr ausreichend. Damit genügend sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht, ist ein tieferer Brunnen mit Pumpensystem notwendig.

Dieses Mitarbeiterhaus ist einsturzgefährdet.

Wir sind besonders froh, dass uns Oliver Bäuerle und Gregor Harter bei allen Belangen, die mit den Gebäuden zu tun haben, mit Rat und Tat zur Seite stehen. So können wir nun weitere Schritte planen und dafür Sorge tragen, dass durch die beiden Krankenhäuser vielen Menschen geholfen werden kann.

Freitag, 7. August 2015

Container unterwegs in den Tschad

Mit viel Unterstützung von ehrenamtlichen "Kräften" wurde wieder ein Container von uns beladen und auf die Reise geschickt. Um die Stromversorgung des Krankenhauses in Bebalem zu verbessern wurde eine komplette Photovoltaikanlage in den Container gepackt. Da der erzeugte Strom in Gelbatterien gespeichert werden kann, wird es nun bald möglich sein, das Krankenhaus rund um die Uhr mit Strom zu versorgen.

Die Betten wurden vom Lager zum Container transportiert.
Da im Container noch genug Platz war füllten wir ihn mit Krankenhausbetten, Matratzen, Rollstühlen und anderen Dingen auf.
Für unsere Bettenstapel braucht es eine "Spezialkonstruktion"


Der Container wird gute 4 Wochen unterwegs sein bis er im Hafen von Douala (Kamerum) ankommt. Wir hoffen auf eine zügige Zollabwicklung ohne Hindernisse und Überraschungen. Von Douala sind es noch 1500 km mit dem LKW über Land. Der Zeitplan sieht vor, dass die Photovoltaikanlage dann im November installiert wird.




Donnerstag, 6. August 2015

Über 50.000 Euro Spendengeld steckten in den Beinen der Läuferinnen und Läufer

Über die schier unglaubliche Spendensumme von 50.297,56 Euro konnten wir uns freuen, als am letzten Schultag im Gymnasium Achern, die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrerinnen und Lehrer des Gymnasiums für die Nepalhilfe spendeten. Um zu helfen veranstaltete das Gymnasium Achern unter der Federführung der beiden Sportlehrer Olaf Hog und Hartmut Huschle im Juni den Sponsorenlauf „Gymi rennt“, der die sagenhafte Spendensumme einbrachte.

Charmant lüfteten Schülerinnen des Gymnasiums
das Geheimnis um die beeindruckende Summe.

„Ich bin eigentlich sprachlos, muss erstmal Atem holen. Mit so einer gewaltigen Summe habe ich nicht gerechnet“, sagte Dr. Arnaud Weider, als sechs Schülerinnen auf der Bühne der Mensa durch das Umdrehen von Blättern von hinten her Ziffer für Ziffer die Spendensumme preisgaben. Auch niemand im Gymnasium kannte sie vorher, Olaf Hog und Hartmut Huschle legten sie erst bei der Übergabe an Dr. Arnaud Weider offen.

„Die Verhältnisse im Distrikt Lamjung, in dem das Missionskrankenhaus steht, sind verheerend. Ganz Stadtviertel in der Nachbarschaft des Krankenhauses müssen abgerissen und neu aufgebaut werden“, schilderte Dr. Arnaud Weider den Schülerinnen und Schülern, den Lehrerinnen und Lehrern in der Mensa die Lage vor Ort und teilte zum Krankenhaus mit, dass das Krankenhaus selbst durch das Erdbeben nicht zerstört, sondern nur beschädigt wurde, dass aber die Häuser für das Personal völlig zerstört sind. Diese wieder aufzubauen, kostet pro Haus 50.000 bis 60.000 Euro. Weider führte aus, dass der DHM auch viel Wert auf die Förderung von Bildung und Gesundheit legt, was in Deutschland selbstverständlich ist, und er legte den Schülerinnen und Schülern nahe, ihren Lehrern für das scheinbar Selbstverständliche dankbar zu sein. Anhand der Geschichte eines nepalesischen Mädchens, das sich ein Buch wünschte, vermittelte er den dortigen, elementaren Wunsch nach Wissen und Bildung.

Aber er dankte den Schülerinnen und Schülern, die beim Sponsorenlauf großen Einsatz zeigten, auch herzlich: „Worüber ich mich riesig freue, ist eure Solidarität. Sie bestätigt meine Überzeugung, dass all die gängigen Vorurteile über die Jugend falsch sind. Wenn Jugendliche ein Ziel und ein Motiv vor Augen haben, vermögen sie Unglaubliches zu leisten.“ Zum Abschied wünschte er den Schülerinnen und Schülern eine „Herzkrankheit“, die des Mitgefühls und der Solidariät: „Durch Solidarität wird man nicht ärmer, denn sie sprengt den egozentrischen Rahmen und öffnet den Blick für andere“.

(Bild und Text mit freundlicher Genehmigung von Olaf Hog)